Smart City: Fünf Beispiele aus der Welt

Smart City: Fünf Beispiele aus der Welt

Smart Cities sind längst nicht mehr nur eine verrückte Fantasie von Science-Fiction-Enthusiasten, sondern inzwischen in unserer Lebensrealität angekommen. Technologische Innovationen entwickeln sich in unserer gegenwärtigen Zeit rasend schnell und haben das Potenzial, in nahezu alle Lebensbereiche vorzudringen.

Regierungen dürfen die technologischen Möglichkeiten nicht verschlafen und müssen fortschrittliche Infrastrukturen zur Verfügung stellen, um ihren Bürgerinnen und Bürgern Internet of Things (IOT)-Lösungen zur Verfügung stellen zu können, die nicht nur das alltägliche Leben einfacher und effizienter gestalten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu einer umweltfreundlichen Lebensweise leisten.

In Bezug auf moderne Formen der Mobilität heißt das, bedarfsgerechte Verkehrsmittel und intelligente Dienste zu integrieren, um eine kundenorientierte, nahtlose und umweltschonende Mobilität zu ermöglichen.

Was ist eine Smart City eigentlich genau?

Tatsächlich gibt es einige Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um von einer „smarten“ Stadt sprechen zu können.

Doch was genau steckt hinter dem Begriff „Smart City“?

Vor allem ist eine Smart City ein IKT-Rahmenwerk (Informations- und Kommunikationstechnologie), das sich der Lösung realer Probleme widmet, mit denen die Bürger in ihrem Alltag konfrontiert sind. Sie ermöglicht die Entwicklung, den Einsatz und die Förderung von Lösungen für eine nachhaltige Urbanisierung. Dank eines “intelligenten” Netzwerks aus verbundenen Maschinen, Infrastrukturen und Objekten, die sich auf drahtlose Technologie zur Informationsübertragung stützen, sind Kommunen in der Lage, einige der am häufigsten wiederkehrenden Probleme anzugehen, die das Wachstum von urbanen Gebieten mit sich bringen.

Das kann Bereiche wie Mobilität, Müllentsorgung, Energieverteilung, Luftqualität und viele weitere betreffen. Durch ein intelligentes Monitoring- und Informationssystem können sie für und mit Hilfe der Bürger und Bürgerinnen optimiert werden. Diese können nämlich zu einer umfangreichen Datenlage beitragen, indem sie generierte Daten von vernetzten Häusern oder Autos weiter übermitteln. Auf Grundlage dieser Daten, kann das Ökosystem Stadt Abläufe, wie etwa den Verkehr, Energieverteilung etc. optimiert steuern. 

Smart City

Je mehr Menschen mit den angebotenen Diensten interagieren, desto „intelligenter“ wird die Stadt, da sie ihr „Verhalten“ entsprechend anpasst.

In einer Stadt, in der etwa das Transportsystem optimiert ist, ist der öffentliche Nahverkehr immer dort verfügbar, wo und wann der Einzelne ihn braucht, Smartphones können jedes einzelne Ticket, jeden Pass, jeden Ausweis, jeden Führerschein und vieles mehr enthalten. Vernetzte Fahrzeuge können den Fahrer zum nächsten freien Parkplatz leiten, der Müll wird nicht nach einem unveränderlichen Zeitplan abgeholt, sondern dann, wenn die Tonnen voll sind usw.

Hier sind ein paar Beispiele von Städten, die bereits intelligente Technologie implementiert haben.

Kopenhagen: Die erste kohlenstoffneutrale Smart City der Welt bis 2025

Für Dänemark steht eine effiziente, leicht umsetzbare Umweltpolitik schon seit langer Zeit ganz oben auf der Agenda. Aus dieser Mentalität leiten sich auch zahlreiche Bemühungen ab, die Hauptstadt „intelligenter“ zu machen. So ist Kopenhagen etwa ein gutes Beispiel dafür, wie bequem alternative Mobilität sein kann, wenn die richtige Art von Infrastruktur vorhanden ist. 

Im Jahr 2017 wurden die bahnbrechenden Monitoringsysteme des Inkubators Copenhagen Solutions Lab ausgezeichnet. Von der Luftqualität über den Energieverbrauch, die Abfallwirtschaft, den Verkehr, das Parken, intelligente Verbrauchsmessung, vernetzte Gebäude und mehr – alles in Kopenhagen kann in Daten verwandelt werden. Diese Informationen können dann analysiert, gemessen und verglichen werden, um die Effizienz in jedem Aspekt des städtischen Lebens – insbesondere der Mobilität – zu steigern. 

Passend zu diesen Maßnahmen, wurden Apps entwickelt, mit denen sich Radfahrer in der smarten Stadt Kopenhagen einfacher bewegen können. Beispielsweise können sie mit einem Blick auf ihr Smartphone-Display sehen, wie schnell sie in die Pedale treten sollten, wenn sie die nächste grüne Ampel erreichen wollen, auch werden optimierte Routen auf Basis von Nutzerempfehlungen vorgeschlagen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Nutzererfahrung, besonders für Menschen in ländlichen Gebieten oder Stadtrandbezirken, deutlich beeinflusst, sind Mobilitätsangebote auf der „ersten und letzten Meile“. In Dänemark wird dieses Problem in Angriff genommen, indem ein flexibler bedarfsgesteuerter Transportservice eingesetzt wird. Nutzer können sich eine App mit einem multimodalen Verkehrsplaner herunterladen, der es ihnen erlaubt, sich landesweit jederzeit über die beste Reiseroute und die zur Verfügung stehenden Transportmittel zu informieren. 

Mit innovativen Ideen zur Verkehrsoptimierung, will Kopenhagen seine CO2-Emmissonen deutlich reduzieren und bis 2025 sogar ganz kohlenstoffneutral werden.

Dubai: ein wachsender Markt für Smart City-Investitionen

Dubai ist bereits eine hoch technologisierte Smart City, mit über 90 digitalisierte öffentlichen Diensten und rund 100 intelligenten Technologie-Initiativen. Diese beziehen sich auf Infrastruktur, Kommunikation, Transport, Stadtplanung, Energienutzung und weitere Bereiche. Die Stadtverwaltung hat massiv in die DubaiNow-App investiert, um Tickets in Papierform vollständig zu beseitigen. Außerdem wurden spezielle Mobilitätsprogramme implementiert, die künstliche Intelligenz nutzen, um Busfahrer zu überwachen, so konnte etwa die Zahl der müdigkeitsbedingten Unfälle stark reduziert werden.

Die Stadt verfügt über einzigartige Dienstleistungen, wie z. B. drei automatisierten Polizeistationen. Die Bürger können sie nutzen, um Vorfälle zu melden oder Bußgelder zu bezahlen, ohne dass ein Mensch bei der Abwicklung anwesend sein muss.

Dubai ist heute besonders berühmt für seine ausgeprägten technologischen Unternehmungen und Innovationen. Ein gutes Beispiel ist das erste im Jahr 2019 errichtete 3D-gedruckte, 31 Fuß hohe Betongebäude. Die Verwendung dieser Technologie für den Bau eines 6.889 Quadratmeter großen Gebäudes ist sicherlich eine Weltneuheit.

Ein weiteres technologisch-fortschrittliches Merkmal dieser intelligenten Stadt ist der Dubai-Abu Dhabi Hyperloop, der nach seiner Fertigstellung ganze 6 Milliarden Dollar für das 151 Kilometer lange Röhrensystem gekostet haben wird. Die Stadt arbeitet auch daran, Innovationen im gesamten Mobilitätssektor voranzutreiben, wobei der Schwerpunkt auf On-Demand-Bussen liegt, um den Transport auf der ersten und letzten Meile zu erleichtern. Auch der Bereich der „sanften“ Mobilität wird in Form von Elektro- und Hybridtaxis, Bussen und selbstfahrenden Fahrzeugen erforscht.

MaaS

Singapur: eine der intelligentesten Städte der Welt

Der südostasiatische Stadtstaat Singapur gehört mit seinen 5,77 Millionen Einwohnern auf 720 Quadratkilometern zu einem der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt. Diese Situation stellt die Regierung vor besondere Herausforderungen.

Um ein effektives Zusammenleben zu ermöglichen, setzt der bevölkerungsreiche Stadtstaat auf smarte Technologien – mit großem Erfolg. Beispielsweise schafft es das „Singapore Smart Nation Vision Framework“, ein Netzwerk aus Sensoren, die in der gesamten Stadt verteilt sind, dass z. B. die gesammelten Verkehrsdaten (Fußgänger, Transportmittel usw.) analysiert und ausgewertet werden und so ein besserer Verkehrsstrom ermöglicht wird.

Alle Daten sind dank des Open-Sourcing-Prinzips des Netzwerks für Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen verfügbar, darunter auch die kollaborative Datenplattform, auf der die National Research Foundation das dynamische 3D-Stadtmodell von Virtual Singapore aufbaut. Durch die Nutzung dieses praktischen Modells, können Unternehmen Konzepte theoretisch testen, bevor sie sie einführen, wie z. B. Wassermanagementsysteme, intelligente Haustechnik oder Überwachungslösungen.

Ein weiteres wichtiges Merkmal der Smart City Singapur ist die Verschiebung des öffentlichen Nahverkehrs in Richtung On-Demand-Mobilität. Diese Form der Mobilität wird als wichtiges Mittel angesehen, um die Stadt nachhaltiger zu gestalten und die Mobilitätswünsche der Nutzer, etwa von Personen mit eingeschränkter Mobilität, zu erfüllen. Des Weiteren soll so die Nutzung von individuellen Fahrzeugen reduziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, begann im Juni 2018 das Verkehrsministerium mit der Erprobung von autonomen Shuttles und bedarfsgesteuerten Busdiensten.

Boston: Das nordamerikanische Labor

Boston war eine der ersten Smart Cities in den Vereinigten Staaten. Die Stadt begann im Jahre 2010 mit der Erforschung intelligenter Initiativen und lockte mit ihrem „Innovation District“ außergewöhnliche Unternehmer. Über 200 Startups trugen dazu bei, Innovationen voranzutreiben und den Masterplan “Partizipativer Urbanismus” der Stadt mitzugestalten. Dank spezieller Apps können die Bürger untereinander und mit den Behörden kommunizieren, Probleme melden, öffentliche Verkehrsmittel verfolgen, Parkinformationen erhalten usw.

Die mobilitätsorientierte Smart City Boston startete sogar eine Art Videospielsimulation, um die Gemeinde zu ermutigen, sich an der Planung und Entwicklung zu beteiligen! 

Darüber hinaus bietet der landesweite bedarfsorientierte Dienst Dial-a-Ride einen bedarfsgesteuerten Transport von „Tür zu Tür“, um den Zugang zu Mobilität für Menschen mit Behinderungen, Senioren und auch für die breite Öffentlichkeit zu verbessern.

Hongkong: auf dem Weg in eine smarte Zukunft

Die Stadt Hongkong rühmt sich mit über 70 smarten Technologie-Initiativen, wobei der Schwerpunkt auf “Smart Economy” und “Smart Government” liegt. Viele der Sensoren der Stadt sind an Laternenpfählen angebracht, die sogar als 5G-Hubs genutzt werden.

Hongkong verfügt über einen mobilfreundlichen Dashboard-Bildschirm, der die Bürger in Echtzeit über ihre Verkehrsmöglichkeiten informiert. Sie können damit in Echtzeit auf Diagramme, Bilder, Karten, Verkehrs- und Parkinformationen, Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel und mehr zugreifen.

 Außerdem verkehren rote Minibusse, die Fahrgäste on-Demand per App buchen können und die hauptsächlich Strecken außerhalb des bestehenden Netzes bedienen.

Diese und weitere Beispiele, die sich auf der ganzen Welt beobachten lassen, zeigen, dass Smart Cities das Potential haben, nicht nur die Lebensqualität seiner Bürger und Bürgerinnen zu verbessern sondern auch einen wichtigen Beitrag leisten, Städte effizienter und nachhaltiger zu gestalten. 

ghita@padam.ioSmart City: Fünf Beispiele aus der Welt

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