Periurbane Mobilität

Periurbane Mobilität: Herausforderungen im Bereich der Mobilität in periurbanen Gebieten

Geänderte Lebensstile von Einwohnerinnen und Einwohnern sowie unterschiedliche Gegebenheiten der Territorien, zwingen uns dazu, Mobilität neu zu denken. Auch andere dringende Herausforderungen, wie die globale Erwärmung, die Verkehrsüberlastung der Großstädte oder auch steigende Energiepreise, veranlassen Menschen, die in Vorstädten wohnen dazu, sich alternative Fortbewegungsmöglichkeiten zum Auto zu suchen. 

In diesem Artikel beleuchten wir einige Probleme periurbaner Mobilität und versuchen, Lösungsvorschläge aufzuzeigen, die das Potential haben können, die Mobilität von Vorstadtbewohnern entscheidend zu verbessern.

PERIURBANE MOBILITÄT: DIE FAKTEN

Werfen wir zunächst einen Blick auf den aktuellen Stand des Nahverkehrs: Geänderte Lebensgewohnheiten, steigende Mietpreise, zu volle Städte, etc., viele Menschen zieht es weg aus der Großstadt, hinein in die Vorstadt. Jedoch bedeuten mehr Fläche und weitere Strecken auch, dass Menschen auf schnelle und flexible Verkehrsmittel angewiesen sind, um sich problemlos fortbewegen zu können. Doch genau da liegt das Problem: ein öffentliches Verkehrsnetz ist in den Vorstädten häufig nicht besonders gut ausgebaut, vielen bleibt nichts anderes übrig, als auf ein eigenes Fahrzeug zurückzugreifen. Ob für den Arbeitsweg, für die Freizeit oder für den Zugang zu verschiedenen Dienstleistungen – das Auto steht für viele an erster Stelle.

 

Diese Situation wirft mehrere Probleme auf:

 

  • Eine permanente Verkehrsüberlastung der Großstädte, was u. a. fatale Auswirkungen auf die Umwelt hat.
  • Die soziale Kluft zwischen denen, die durch ihr Auto Zugang zu Freizeiteinrichtungen und anderen Dienstleistungen haben und denen, die nicht viele Möglichkeiten haben, sich fortzubewegen, wird größer. 

 

Diese Probleme sollten unweigerlich zu der Notwendigkeit führen, den periurbanen Verkehr neu zu denken und Mobilitätsmöglichkeiten für Bewohnerinnen und Bewohner zugänglicher zu machen, sodass nicht nur ihre Lebensqualität gesteigert wird, sondern gleichzeitig auch Staus in den Großstädten verringert werden und die Umwelt geschont wird.

5 WESENTLICHE AUFGABEN VON MOBILITÄTS-AKTEUREN

Ländliche Gebiete sind heutzutage in der Regel stark vom Auto abhängig und übermotorisiert. Die Entwicklung einer effizienten und nachhaltigen Mobilität im ländlichen Raum, sollte daher zur obersten Priorität von Politikern und Verantwortlichen im Mobilitätssektor werden. Schließlich sind nahezu alle Bereiche menschlichen (Zusammen-)Lebens mit dem Thema Mobilität verknüpft, sowohl gesellschaftlich, wirtschaftlich, als auch politisch.

BEGLEITUNG DER NUTZER AUF DER ERSTEN UND LETZTEN MEILE

In Stadtrandgebieten gibt es oft nur ein sehr begrenztes Verkehrsangebot, das sich aus der Schülerbeförderung und öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen oder der Bahn zusammensetzt.

 

Obwohl diese Verkehrsmittel weit verbreitet sind, reichen sie oftmals nicht aus, um den realen Mobilitätsbedarf zu decken, insbesondere für die erste und letzte Meile. Es ist also wichtig, Mobilitätslösungen wie Transport-on-Demand anzubieten, die es den Menschen ermöglichen, in ‘herkömmliche’ Verkehrsmittel wie Regionalbahnen oder ICEs umzusteigen, aber auch die verbleibenden Kilometer zwischen der letzten Haltestelle des öffentlichen Verkehrs und ihrer Wohnung zurückzulegen.

mobilité périurbaine

ENTLASTUNG DER STRAßEN

Der Mangel an Mobilitätsmöglichkeiten in den Vorstädten wirkt sich unmittelbar auf die städtischen Gebiete aus. Da die Einwohner der Vororte häufig keine andere Wahl haben, als mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, sind die Stadtzentren und Straßennetze überlastet. Die ohnehin schon überfüllten Städte, werden also tagtäglich zusätzlich mit den Autos der Vorstädter überschwemmt, was Staus und Parkplatzprobleme mit sich bringt. Mobilität in den Vororten muss also so gestaltet sein, dass Stadtzentren durch z. B. ‘Shared Mobility’ Lösungen, deutlich entlastet werden.

VERRINGERUNG DES GEFÄLLES ZWISCHEN STADT UND PERIPHERIE

Gebiete mit geringer Bevölkerungsdichte, die nur schlecht oder nicht an ein öffentliches Verkehrsnetz angebunden sind, leiden besonders unter der Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben, selbst zu fahren oder aus verschiedenen Gründen, kein eigenes Auto besitzen, trifft die Situation am härtesten. Dies gilt insbesondere für Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, junge Menschen, oder einkommensschwache Haushalte. Ohne Auto und mit einem unzureichenden Verkehrsangebot, haben diese Menschen nicht den gleichen Zugang zu Dienstleistungen, Freizeitangeboten und Arbeitsplätzen wie andere. Dies führt unwillkürlich zu einer Kluft zwischen Vorort und Stadt. Ein intelligenter Transport-on-Demand Service kann in einer solchen Situation Abhilfe schaffen, denn er lässt sich optimal auf die Bedürfnisse der Region und an die der Bürger und Bürgerinnen anpassen.

VERRINGERUNG DES ÖKOLOGISCHEN FUSSABDRUCKS

Dass Autos dramatische Auswirkungen auf unsere Umwelt haben, ist längst bekannt, die Treibhausgasemissionen haben in den letzten 30 Jahren erheblich zugenommen. Gleichzeitig zieht es die Menschen immer näher an die Städte heran, was zur Folge hat, dass die Stadtrandgebiete am stärksten motorisiert sind. 

 

Es sollte also das Bestreben von Politikerinnen und Politikern und Verantwortlichen des Mobilitätssektors sein, die Nutzung von Privatfahrzeugen zu verringern und so CO2-Emissionen und Energieverbrauch zu senken. In diesem Zusammenhang stellt Demand-Responsive Transport auch eine ‘saubere’ Mobilitätslösung dar, weil durch das Pooling von Fahrten individuelle Autofahrten reduziert werden.

STÄRKUNG DER INTERMODALITÄT

Intermodalität bedeutet die Nutzung mehrerer Verkehrsträger für eine einzige Reise. Dieses Konzept eignet sich hervorragend für stadtnahe Gebiete, in denen ein Versorgungsmangel besteht. Durch die Ergänzung des Netzes mit Alternativen zum Privatfahrzeug, gelingt es den stadtnahen Gebieten, die Nutzung des Autos einzuschränken und eine sanftere Form der Mobilität zu fördern. Diese Lösungen können in Form von Fahrgemeinschaften oder Bedarfsverkehren angeboten werden und ermöglichen es den Reisenden in den Vororten, die Hauptverkehrswege zu erreichen, ohne ihr eigenes Auto bewegen zu müssen. 

 

MaaS (Mobility as a Service) ist Teil dieses Ansatzes. Entsprechende Anwendungen ermöglicht es den Nutzern, eine maßgeschneiderte Route, unter Berücksichtigung aller verfügbaren Verkehrsträger, in Echtzeit zu erhalten.

mobilité périurbaine

TAD IDFM: EINE MOBILITÄTSLÖSUNG FÜR DIE GESAMTE ÎLE DE FRANCE

Der On-Demand-Service TAD IDFM ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sich die die Kluft zwischen Vorstädten und großen Ballungsgebieten verringern lässt. Dieser in den Außenbezirken der Pariser Region eingerichtete Transport-on-Demand Dienst erfüllt alle Anforderungen an die Mobilität in Vororten:

  • Beförderung auf den ersten und letzten Kilometern dank optimierter Routen, die unnötige Kilometer und Umwege vermeiden;
  • Entlastung der Straßen und der Großstädte, da die Menschen in stadtnahen Gebieten die Verkehrsinfrastrukturen leicht und ohne Benutzung des eigenen Autos erreichen können;
  • Verringerung des ökologischen Fußabdrucks dank einer optimierten Streckenführung des ÖPNV, Vermeidung von Leerfahrten;
  • Stärkung der Intermodalität durch Hinweise auf wichtige Punkte des öffentlichen Verkehrsnetzes (Bahnhof, U- oder S-Bahn-Stationen, Bushaltestellen, usw.).

 

Das Transport-on-Demand Angebot von Île-de-France Mobilités erfüllt alle Anforderungen der periurbanen Mobilität und ist bei den Nutzerinnen und Nutzern seit der Einführung sehr beliebt. Die Zahl der individuellen Autofahrten ist erheblich zurückgegangen, was auch daran liegt, dass der DRT-Service sich schnell an die Gewohnheiten der Reisenden angepasst hat. Somit ist der IDFM TAD-Service zu einem echten Vorbild für die Verbesserung der periurbanen Mobilität geworden. 

ghita@padam.ioPeriurbane Mobilität

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